Variationen auf einen Verdacht

Der Aufstand stützt die Regierungen, die er nicht stürzt. Victor Hugo

… und trotzdem –

man muss blockieren: die Knotenpunkte der Mächtigen, geil glitzernde Finanzströme, die Stimme der Lüge;

fieberhaft, unablässig greift man nach Umständen der Verweigerung …

man liebt den Sand im Getriebe, die kaum wahrnehmbaren Unebenheiten, die negativen Hände das unsichtbare Ende der moralischen Sichtweisen einschreiben  …

und jetzt sind wir keine Lakaien mehr?

wo wir das Falsche für das Echte ansehen –

jede subjektive Stimme ist angreifbar im Blabla (Diskurs) politischer Debattenbeiträge,

jede Stimme hängt an der Meßlatte einer Objektivierbarkeit,

jede Stimme wird unter Ideologieverdacht gestellt, wenn in Diskussionen auf die Alternativlosigkeit von Entscheidungen aufgrund vorgeblich ökonomischer Zwänge und hinreichend eindeutiger Fakten verwiesen wird –

was ist nur los mit mir, dass ich keinen Widerstand leiste, was ist nur los mit mir, dass ich nicht begreife,

der Fehler liegt darin zu glauben, es ginge um Lesbarkeit, als wäre die Welt etwas, das sich buchstabieren liesse, das Auge im Sprung im Schlaf auf einer Seite –

beim Lesen von Deleuze/Guattari leuchtet die Behauptung ein, dass sich der Staat im Kapitalismus die Maske des Liberalismus aufsetzt, um in Wahrheit die enge Verknüpfung von Staat und Kapital zu verschleiern, siehe die Finanzkrise in Griechenland und das darauf folgende Diktat der Eurogruppe, EZB und IWF. Politik wird beiseite gewischt, etwas Lästiges, das in gern beschworenen Krisenzeiten unglaublich nervt –

bei der Abwicklung der sogenannten Bankenkrise liess sich verfolgen, wie der Kapitalismus sich von einem Verständnis von Demokratie (eine dauerhaft technische Störung im Erscheinungsbild der Politik) löst,

der fadenscheinige Deckmantel der Doppelmoral, Fäden aus Repression und Verblendung , letzte Reste von Zufriedenheit, eine von Stimmen durchquerte Widerrede,

jene Art von Tumult die geeignet wäre einstürzen zu lassen, solches was erdrückt, die Luft nimmt, ins Unglück tiefer und tiefer dich zieht, die Unruhe, die einer Atmosphäre andauernder Herausforderung in einem Umfeld von bedrückender Verständnislosigkeit gilt, dessen Credo der Schutz die Gleichheit aller Bürger sein sollte,

wenn tatsächlich eine physische Dringlichkeit existiert, herrschende Zustände zu ändern, das heißt wirkliche Handlungen, die aus unseren Ideen hervorgehen und sich nicht nur in einer (kommunikativen) Blase des Spektakels einrichten,

jede Phrase gestohlen, jedes Wort Gold wert – scheiß drauf,

wir fallen Schritt für Schritt hinter uns zurück, stolpern in unsere Zukunft die längst schon vergangen, inständig lallend das Losungswort verschluckt –

selbst ein Schibboleth läßt sich googeln

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