LA RABBIA //PASSION PASOLINI

«Haltet ihn gut fest, auch wenn er in seiner glühenden Hast versucht sich loszumachen; er wird alle Formen annehmen, sich in alles verwandeln, was auf der Erde kriecht, in Wasser, in göttliches Feuer; aber ihr müsst ihn festhalten, ohne nachzulassen; packt ihn noch fester; und wenn er dann sprechen will, wird er wieder Züge annehmen, die ihr an ihm gesehen habt, als er eingeschlafen ist.»

(Eidothea warnt Menelaos vor den Listen ihres Vaters Protheus, dem die Gabe der Prophetie nachgesagt wurde, sein Wissen jedoch mit niemanden zu teilen gedachte. Ein Meister der Verwandlung, entzog er sich den Fragen, indem er die Form beliebiger Gestalten oder Elemente annahm. )

Ich weiß.
Ich weiß die Namen der Verantwortlichen für das, was man Putsch nennt (und was in Wirklichkeit aus einer ganzen Serie von Putschisten besteht, die zu einem System der Herrschaftssicherung geworden sind).
(…)
Ich weiß die Namen derer, die zwischen zwei Kirchgängen ihren Leuten die Anweisungen erteilten und politische Rückendeckung zusicherten …
(…)
Ich weiß. Aber mir fehlen die Beweise. Ich habe nicht einmal Indizien.
Pier Paolo Pasolini; Der Roman von den Massakern

Ich weiß, weil ich daran arbeite die Verzweigungen der Macht (jene rhizomatische Struktur) zu durchschauen, von Politik und Bewahrern des Imperialismus und Kirche und Militär und Konzernen und Bourgeoisie. Transversale Bewegungen, die sich in der Mitte der Gesellschaft ereignen, die wie ein Pendel in diese und jene Richtung ausschlagen.

Das Rhizom selber kann die unterschiedlichsten Formen annehmen, von der verästelten Ausbreitung in alle Richtungen an der Oberfläche bis zur Verdichtung in Zwiebeln und Knollen. Wenn Ratten übereinander hinweghuschen. Deleuze/Guattari

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CELAN SPUREN (2)

PC Notizen vom 10. Mai 1968 :

Nächtliche Herausforderungen, wie Pascals von Feuer illuminierte Nacht vom 23. November 1654 (tief eingenäht ins Futter seiner Jacke), ich spreche und schreibe (durchschreibe) aus einem Ensemble erhoffter Stimmen – aber nie mit gefalteten Händen – von zwei Stunden weißen durchsichtigen Explosionen, ein Vernunftzerkrachen im Jahr der Gnade (magnalia dei), Zündholzgedanken eben.

Die imago als genealogische Praxis verstanden.

Rembrandt ist einer der Malerkönige. Seine Technik des Verbergens, besonders in den späteren Selbstbildnissen, scheint uns eine umso größere Wahrheit zu offenbaren. Mal Zeuxis, mal Demokrit löst sich bei ihm alles in nichts auf.

Die
    Konzentration
schwarzer
    Flecken
 die
     eine
Form
     ergeben
 die
     ein
 Mensch
      ist.

Aber ich will keine Lebenden, die ausschließlich mit Überleben beschäftigt sind.
Die Wände sind vollgeschmiert mit Menetekeln, parteiparoliges sogleich jedoch wieder übertüncht:
L’Un Seul Existe, L’Ennui pleure, Insoumission, oder der 8. Psalm eben –

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