NICHTS DAVON STEHT FEST [5/6]

5.

die Jugend hat es immer eilig

und ihre Proteste haben die Macht völlig unvorbereitet getroffen

ich weiß nicht was Dichtung anders sein könnte als die Revolte eines Einzelnen gegen die absurden Einlassungen und Gesetze des Establishments und der Widerstand gegen eine fatalistische Vorstellung von Ordnung

das Innere meines Wesens richtet sich gegen das Äussere

während mir genau dies eine Leben bleibt stelle ich fest dass ich selbst der Einsatz bin um den ich spiele

ihr Kretins lasst uns in Ruhe

die grossen Siege werden durch die ganz kleinen vorbereitet

Artaud (illuminiert) an Breton man kann einzig in der Sprache der Bomben Maschinengewehre Barrikaden mitsamt den Folgen die das mit sich bringt mit der Gesellschaft kommunizieren

als benötigte man vor ein paar Jahren noch viel weniger um an etwas zu glauben

einen Scheiss auf die Kunst so Artaud weiter wenn sie in schicken Galerien in Särgen Brutkästen und Vitrinen ausgestellt werden muss damit sie sich verkauft

als Zeichen des Protestes werfen die ersten Saboteure ihre Holzschuhe (sabots) in die Maschinen

man sollte einen Vorschlag aufgreifen und die Museumsbestände auf Kneipen und Cafés verteilen

∗ ∗ ∗

6.

die Kunst ist ihrem Sinn nach anarchistisch

ganz offensichtlich ist die Denunziation in die Gesellschaft zurückgekehrt mit der gleichen klandestinen Freude am Voyeurismus der eine Nekrophilie ist

es zählt nicht wer man ist sondern zu wem oder was man gemacht wird das was die Öffentlichkeit glauben soll

wir sind demnach in die Epoche wahnsinniger Unterstellungen und Verleumdungen eingetreten

aber der Dichter richtet sich ein im Dissens

ich habe öfters an eine Stadt voller Flaneure gedacht in der nichts Erstarrtes Feststehendes Monumentales existiert in der jeder in Beziehung zum anderen steht weil jegliche Identität fehlt

sich der herrschenden Ordnung entziehen, der Preisgabe des eigenen Selbst

und wie immer
einen Scheiss auf die Werte

der Ausdruck des Selbst wird zum Fluchtpunkt innerhalb eines panoptischen Gesellschaftsgefüges in der jede Bewegung zur verpixelten Wirklichkeit gerät

nur zu gerne würde ich jene schreien hören die nicht gewohnt sind zu Wort zu kommen weil das Endlosschleifengeschwätz plump die Brüche im System versucht zu überspielen

das Innere meines Wesens richtet sich gegen das Äussere

wir leben in Zeiten der Kakistokratie lavieren uns zwischen vollgepackten dichten Träumen einer beunruhigenden Materie

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